19 November 2018

Alles über Gleitsichtgläser

Alles über Gleitsichtgläser

Wie Gleitsichtgläser für einen klaren Blick ab 45 sorgen.

Wie genau funktionieren eigentlich Gleitsichtgläser (Progressivgläser)?

Fast jede(r) ab 45 Jahren trägt sie und ohne sie ist ein Leben eigentlich kaum vorstellbar. Die Rede ist vom Gleitsichtglas als Korrekturbehelf der Alterssichtigkeit. Doch wie genau funktionieren solche Gläser eigentlich und was ist der Unterschied zu den Einstärkengläsern?

Woher kommt der Name Gleitsichtglas?

Gleitsichtgläser (auch bekannt unter den Namen Multifokal-, Progressiv-, Mehrstärken-, Presbyopie- oder Varilux- Brillengläser) vereinen mehrere Korrekturwerte in einem Glas. Die gleitende Sehstärke ermöglicht ein stufenloses, klares Sehen in alle Distanzen – von Ferne bis Nähe.

Was genau sind Gleitsichtgläser?

Anders als bei den Einstärkengläsern, „bekommt“ der Brillenträger eine andere Sehstärke vorgesetzt, je nachdem ob er im unteren, mittleren oder oberen Bereich des Glases durchsieht. Dabei ist auch die Körperhaltung entscheidend: Durch die unterschiedlichen Sehstärken werden Gleitsichtgläser auf eine aufrechte Körperhaltung angepasst.


Wie breit ist das Sehfeld bei Gleitsichtgläsern?

Die gesamte Korrektur des Brillenträgers wird von Ferne bis Nähe progressiv in das Glas eingeschliffen. Dabei entsteht eine Art progressiver Tunnel oder Korridor. Je breiter dieser Tunnel bzw. Korridor ist, desto breiter ist das Sehfeld und desto weniger muss der Brillenträger bei seinen Blickbewegungen seinen Kopf mitdrehen. Wie breit dieser Progressionskanal ausfällt ist immer abhängig von den Korrekturwerten, den Zentrierparametern und dem gewählten Glasdesign. Je stärker die Alterssichtigkeit (der Nahwert) und somit die sogenannte Addition (der Nahzusatz) ausfällt, desto „mehr“ Korrektur muss auf der Glasfläche berücksichtigt werden und desto schmaler wird das Sehfeld. Beim besten Glasdesign Premium können mehr individuelle Parameter des Brillenträgers im Glasdesign berücksichtigt werden, was zu möglichst breiten Sehbereichen für Ferne, Zwischendistanz und Nähe führt.

  

Budget Glas = schmaler Sehbereich,  Premium Glas = maximaler Sehbereich

Ab wann trägt man Gleitsichtgläser?

Gleitsichtgläser kommen in der Regel ab 45 Jahren zum Einsatz, wenn die altersbedingte Sehschwäche eintritt. Die Augen werden beim Lesen schneller müde und die Arme „zu kurz“.

Eine Gleitsichtglasbrille ist eine Alltagsbrille. Der Vorteil ist, dass die Brille für die verschiedenen Distanzen nicht auf- und abgesetzt und so auch nicht ständig gesucht werden muss. Eine Gleitsichtglasbrille kann und soll also den ganzen Tag getragen werden. Gleitsichtgläser eignen sich für alle Aktivitäten und Lebensbereiche, in denen Ferne, Zwischendistanz und Nähe in kurzen zeitlichen Abständen benötigt werden, also beispielsweise beim Autofahren, wo die Strasse aber auch der Geschwindigkeitstachometer klar gesehen werden muss oder beim Einkaufen, wo man neben den Geschäften in der Weite auch die Regale in der Zwischendistanz und die Preisschilder in der Hand gut erkennen soll.

Welche Vorteile bieten Gleitsichtgläser?

Anders als bei den Bifokal- und Trifokalgläsern, die man an einer feinen Trennlinie im Glas erkennt, kann beim Gleitsichtglas die Alterssichtigkeit vom Laien nicht erkannt werden. Gleitsichtgläser werden also meist wegen ihrer unsichtbaren Abstufung aus ästhetischen Gründen bevorzugt. Der Brillenträger hat zudem keine „unterbrochene“ Sicht wie bei Bifokal- und Trifokalgläsern und kann somit in alle Distanzen deutlich sehen.

Gibt es Tätigkeiten, in denen es geeignetere Gläser als Gleitsichtgläser gibt?

Ein Gleitsichtglas, das sich sonst perfekt für den Alltag eignet, kann für eine längere Tätigkeit im Nahbereich nicht optimal sein, da der Brillenträger seinen Kopf für nähere Distanzen stets etwas anheben muss und dies über einen längeren Zeitraum zu Nackenverspannungen und Kopfschmerzen führen kann. Hier kommen Arbeitsplatzgläser (auch Nahkomfortgläser genannt) zum Einsatz. Da diese nur bis ca. 1-2 Meter korrigiert werden, ermöglichen sie ein entspanntes und klares Sehen in der Nähe und Zwischendistanz. Für Personen ab 45 Jahren, die von ihrem Beruf oder Hobby her häufig den Nahbereich brauchen, zum Beispiel für PC-Arbeiten oder für das Lesen von Dokumenten, ist deswegen eine Gleitsichtbrille für den Alltag und eine Arbeitsplatzbrille für die längere Tätigkeit im Nahbereich sehr zu empfehlen.

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